| Folgendes Kapitel beinhaltet ein SEHR WICHTIGES Geheimnis des Lebens und wird durchaus die Weltanschauung über den Materialismus verändern. Es sollte deshalb aufmerksam gelesen werden. Die Ausführung in diesem Kapitel bezieht sich nicht auf eine Weltanschauung, einen Aspekt oder auf traditionelles und philosophisches Gedankengut, sondern auf feste Tatsachen, die für alle Menschen -gläubig oder ungläubig- annehmbar sind und die heute auch seitens der Wissenschaft nachgewiesen worden. |
Es ist offensichtlich, dass die Schöpfung, die sich überall im Universum offenbart, kein Produkt des Universums selbst sein kann. Das Sonnensystem, die Pflanzen, die Menschen, die Bakterien, die roten Blutkörperchen oder die Schmetterlinge zum Beispiel, haben sich nicht selbst erschaffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass all diese Dinge zufälligerweise entstanden sind, ist nicht gegeben, wie auf den vorangegangenen Seiten erklärt wurde.
In diesem Zusammenhang können wir folgendes schließen: Alles, was wir mit unseren Augen sehen, wurde erschaffen von einem Schöpfer, einer überlegenen Kraft, die sich und ihre Eigenschaften in allem Erschaffenen reflektiert.
An diesem Punkt scheiden sich diejenigen, die die Existenz Allahs leugnen von den Gläubigen, denn sie haben sich zur Bedingung gemacht, nicht an die Existenz Allahs zu glauben, solange sie Allah nicht mit ihren Augen wahrnehmen können. Dabei werden sie aber gezwungen, die Tatsache der Schöpfung zu ignorieren und zu behaupten, dass das Universum und die Lebewesen nicht erschaffen worden sind. Darum verlegen sie sich aufs Lügen. Die Evolutionstheorie ist das wesentliche Beispiel dieser Lügen.
Leider folgen diesen Ungläubigen viele Menschen, die eigentlich die Existenz Allahs gar nicht leugnen, doch deren Glaube an Ihn verfälscht ist. Diese Menschen, die die Mehrheit der Gesellschaft bilden, verleugnen nicht die Schöpfung, doch sie haben eine abergläubische Vorstellung davon, "wo" Allah sich befindet. Die meisten Menschen denken, dass Allah im "Himmel" sei. In ihrem Unterbewusstsein denken sie, dass Allah hinter einem sehr entfernten Planeten weile und in seltenen Fällen in die "weltlichen Angelegenheiten" eingreife, oder Er greift ihrer Meinung nach gar nicht ein; Er habe das Universum erschaffen und dann verlassen, die Menschen hätten ihr Schicksale selbst in der Hand...
Manche Menschen haben schon gehört, dass im Quran mitgeteilt wird, dass Allah "überall" ist, aber sie können diese Tatsache nicht genau begreifen. Der abergläubische Gedanke in ihrem Unterbewusstsein ist, dass Allah alles so ähnlich wie Radiowellen oder wie ein unsichtbares, unfühlbares Gas umfasst.
Dabei beruhen diese und die eingangs erklärten Gedanken, die es nicht vermögen, zu erklären, "wo" Allah sich befindet (und sie vielleicht deshalb dazu bewegen, Ihn zu leugnen), auf ein und demselben Fehler: Sie machen sich ein Vorurteil zu eigen, das jeder Basis entbehrt und verfallen dann in falsche Mutmaßungen über Allah.
Worum handelt es sich bei diesem Vorurteil?
Dieses Vorurteil steht in Verbindung mit dem Wesen und der Eigenschaft der Materie. Wir haben in unserem Unterbewusstsein akzeptiert, dass die Materie existiert, ohne dass wir je hinterfragt hätten, ob das wirklich so ist, oder ob sie nur ein Schatten ist. Die moderne Wissenschaft hingegen hat eine sehr wichtige und eindrucksvolle Tatsache aufgedeckt. Auf den folgenden Seiten werden wir versuchen, diese Wirklichkeit zu erklären, auf die der Quran die Menschen aufmerksam macht.
Dabei haben interdisziplinäre Forschungen inzwischen ein neues, anderes Verständnis der "Außenwelt" enthüllt und ernste Zweifel über unsere Wahrnehmungen und über die Welt begründet.
Der Ausgangspunkt dieses neuen Verständnisses: Was wir als die "Außenwelt betrachten sind nur die Auswirkungen, die elektrische Signale in unserem Gehirn verursachen. Die Farbe des Apfels, die Härte des Holzes, ja sogar Mutter, Vater, die Familie, das Vermögen, das Haus, der Beruf und auch die Zeilen dieses Buches bestehen einzig und allein aus elektrischen Signalen.
Frederick Vester erklärt diesen Punkt so:
Es gibt einige Denker, die behaupten, dass alles, was erlebt wird vorläufig und irreführend ist. "Der Mensch ist ein Traumbild" und "Dieses Universum ist ein Schatten." Solche Aussagen erscheinen heutzutage als wissenschaftlich nachweisbar.21
Der Philosoph George Berkely sagt zu dieser erstaunlichen Tatsache folgendes:
Wir glauben an das Bestehen der Gegenstände, gerade weil wir sie sehen und berühren und weil sie uns durch unsere Wahrnehmungen mitgeteilt werden. Jedoch sind unsere Wahrnehmungen nur Ideen in unserem Gehirn. Gegenstände also, die uns durch Wahrnehmungen erreichen, sind nichts anderes als Ideen; und diese Ideen befinden sich nirgendwo anders als in unserem Gehirn... Wenn sie alle nur dort existieren, bedeutet das, dass wir uns irren, wenn wir uns das Universum und alle andere Objekte als Wesenheiten außerhalb unseres Gehirns in der Phantasie vorstellen...22
| Die Reize, die von einem Objekt kommen, verursachen einen Effekt im Gehirn, indem sie in elektrische Signale umgewandelt werden. Wenn wir sagen, dass wir sehen, betrachten wir eigentlich die Effekte der elektrischen Signale in unserem Gehirn. |
Betrachten wir dies noch einmal näher. Wenn wir sagen "wir sehen", sehen wir tatsächlich den Effekt, den die optischen Reize, die unser Auge erreichen, in unserem Gehirn verursachen. Das heißt; wenn wir sagen "wir sehen", betrachten wir eigentlich die elektrischen Signale in unserem Gehirn.
Jedes Bild, das wir im Laufe unseres Lebens sehen, wird in unserem Sehzentrum gebildet, das eine Größe von nur einigen Kubikzentimetern hat. Die Zeilen dieses Buches, oder die grenzenlose Landschaft, entstehen in diesem winzigen Raum. Die Schädeldecke lässt kein Licht ins Gehirn. Das heißt, das innere Teil des Gehirns ist völlig dunkel. Folglich ist es unmöglich, dass das Gehirn sich mit dem Licht in irgendeinem Zusammenhang befindet.
Ein Beispiel: Nehmen wir an, uns gegenüber steht eine brennende Kerze, die wir eingehend betrachten. Während dieser Zeit hat unser Gehirn keinen direkten Kontakt mit dem ursprünglichen Licht der Kerze. Selbst wenn wir das Licht der Kerze sehen, ist das Innere unseres Gehirns vollständig dunkel. Innerhalb unseres dunklen Gehirns sehen wir uns eine helle, farbige Welt an.
R. L. Gregory stellt die wundersamen Aspekte des Sehvorgangs, den wir als ganz normal empfinden, so dar:
Wir haben uns dermaßen an das Sehen gewöhnt, dass große Phantasie von Nöten ist, um zu bemerken, dass es einige Fragen gibt, die beantwortet werden müssen. Ich bitte Sie hier um Aufmerksamkeit. Die Augen liefern uns kleine, auf dem Kopf stehende Bilder, und wir sehen die Gegenstände als feste Objekte in unserer Umgebung an. Als Folge der optischen Reize auf der Retina nehmen wir die Welt der Objekte wahr, und das ist eigentlich ein Wunder.23
Der gleiche Umstand trifft auch auf alle anderen Wahrnehmungen zu. Das Geräusch, der Tastreiz, der Geschmack und der Geruch erreichen das Gehirn als elektrische Signale und werden in den betreffenden Zentren im Gehirn wahrgenommen.
Der Hörvorgang funktioniert so: Das äußere Ohr sammelt die Schallwellen in der Umgebung mit Hilfe der Ohrmuschel und übermittelt diese ins mittlere Ohr. Das mittlere Ohr verstärkt die Schallschwingungen und leitet sie in das innere Ohr weiter. Das innere Ohr wandelt diese Schwingungen in elektrische Signale um und übermittelt diese zum Gehirn. Analog zum Sehen findet auch das eigentliche Hören im Hörzentrum des Gehirns statt. Genauso wie das Gehirn vom Licht isoliert ist, ist es auch vom Schall isoliert. Folglich ist es egal ob es draußen laut ist; das Innere des Gehirns ist vollständig leise.
| Die Lichtstrahlen, die von einem Objekt ausgehen, fallen “kopfstehend” auf die Retina. Das Bild, das hier in elektrische Signale umgewandelt wird, wird zum Sehzentrum an der Hinterseite des Gehirns übermittelt. Was wir mit dem Begriff “Sehzentrum” bezeichnen, ist ein winziger Ort. Da das Gehirn vom Licht isoliert ist, ist es überhaupt nicht möglich, dass das Licht das Sehzentrum erreicht. Das heißt, wir nehmen eine leuchtende und dimensionale Welt an einem winzigen Punkt wahr, der vom Licht isoliert ist. |
Unser Geruchssinn entsteht in ähnlicher Weise: Sich leicht verflüchtigende Moleküle wie der Duft der Vanille oder einer Rose erreichen Rezeptoren im Epithelium der Nase und reagieren mit ihnen. Diese Reaktion wird unserem Gehirn als elektrisches Signal übermittelt und als Geruch wahrgenommen. Alle Gerüche, die wir als schön oder übel bezeichnen, sind nichts anderes als die Wahrnehmung der Reaktionen der Moleküle im Gehirn nach ihrer Umwandlung in ein elektrisches Signal. Wir nehmen den Geruch eines Parfüms, einer Blume, eine Speise die wir mögen, den Geruch des Meeres, kurz gesagt alle Gerüche im Gehirn wahr. Doch die Geruchsmoleküle erreichen niemals das Gehirn. Wie beim Sehen und Hören sind es nur die elektrischen Signale, die das Gehirn erreichen. Folglich sind die Gerüche, von denen wir seit unserer Geburt gelernt haben, dass diese zu bestimmten Objekten in der Umwelt gehören, nur die elektrischen Reize, die wir durch unsere Nase wahrnehmen.
Auf ganz ähnliche Weise gibt es vier unterschiedliche Arten von chemischen Rezeptoren im Vorderteil der Zunge des Menschen. Diese sind den vier Geschmäcken salzig, süß, sauer und bitter zugeordnet. Diese Geschmacksempfänger (Papillen) wandeln die Wahrnehmungen nach einer Reihe von chemischen Prozessen in elektrische Signale um und übermitteln sie dem Gehirn. Diese Signale werden vom Gehirn als Geschmack wahrgenommen. Der Geschmack, den wir an einer Schokolade oder an einer Frucht finden, ist nur die Deutung der elektrischen Signale durch das Gehirn. Wir können den Gegenstand in der äußeren Welt nie erreichen; wir können die Schokolade selbst nie sehen, riechen oder schmecken. Wenn die Geschmacksnerven, die zum Gehirn gelangen, durchschnitten würden, dann wäre es nie möglich, dass der Geschmack von irgendetwas, das wir essen, unser Gehirn erreicht. Folglich verlören wir vollständig unseren Geschmackssinn.
Wir können nie sicher sein, dass der Geschmack, den wir selbst an einer Nahrung empfinden und der Geschmack, den eine andere Person an der gleichen Nahrung empfindet; oder eine Stimme, die wir hören und die dieselbe Stimme, die eine andere Person hört, "dieselben" sind. Über diese Tatsache bemerkt Lincoln Barnett:
Niemand kann wissen, ob man selbst die rote Farbe oder die Note "C" wie eine andere Person wahrnimmt oder nicht.24
Wenn wir unseren Tastsinn untersuchen, sehen wir, dass es dabei genauso ist. Wenn wir einen Gegenstand berühren, werden alle Informationen, die uns helfen, die Umwelt und die Gegenstände zu erkennen, durch die Sinnesnerven in der Haut zum Gehirn übermittelt. Das Gefühl des Tastens entsteht in unserem Gehirn. Erwartungsgemäß ist der Ort, an dem wir den Tastsinn wahrnehmen nicht unsere Fingerspitzen oder unsere Haut, sondern das Zentrum des Tastsinns im Gehirn. Als Folge der Deutung der elektrischen Signale durch unser Gehirn empfinden wir unterschiedliche Gefühle wie Härte oder Weichheit, Kälte oder Hitze, die die Gegenstände kennzeichnen. Wir erhalten alle Einzelheiten die nötig sind, um einen Gegenstand zu erkennen, durch diese Reize. Die Überlegungen der Philosophen Bertrand Russell und Ludwig. Wittgeinstein hierzu lauten wie folgt:
...Ob eine Zitrone tatsächlich existiert oder nicht und durch welchen Prozess sie entstanden ist, kann nicht gefragt und nachgeforscht werden. Die Zitrone besteht nur aus einem Geschmack, der durch die Zunge ermittelt wird, einem Geruch, der durch die Nase verspürt wird, einer Farbe und Form, die mit dem Auge gesehen wird. Und nur diese Eigenschaften, können die Aufgabenstellung einer wissenschaftlichen Forschung und dessen Beschluss bilden. Die Wissenschaft kann niemals wissen, wie die sachliche Welt ist.25
Denn es ist für uns unmöglich, die materielle Welt zu erreichen. Alle Gegenstände um uns herum sind tatsächlich nur eine Summe von Wahrnehmungen wie das Sehen, Hören und Berühren. Unser Gehirn, das die Daten im Zentrum der Wahrnehmungen interpretiert, konfrontiert uns unser Leben lang nicht mit dem Original der Materie, sondern mit Abbildern und Kopien dieser Materie innerhalb unseres Gehirns. Doch wir irren uns, wenn wir glauben, dass es sich bei diesen Kopien um die tatsächliche Materie um uns herum handelt.
Jemand der eine Frucht isst, ist eigentlich mit der Vorstellung dieser Frucht im Gehirn konfrontiert, nicht direkt mit der Frucht selbst. Der Gegenstand, der von ihm als Frucht bezeichnet wird, besteht nur aus der Wahrnehmung der elektrischen Signale im Gehirn, die die Form, den Geschmack, den Geruch und die Oberflächenbeschaffenheit der Frucht wiedergeben. Wenn man den Sehnerv, der das Gehirn erreicht, durchtrennen würde, würde das Bild der Frucht verschwinden. Schon die Störung eines Nervs, der von den Sensoren in der Nase zum Gehirn reicht, ließe den Geruchssinn verschwinden. Denn die Frucht ist nichts anderes als die Deutung der elektrischen Signale durch das Gehirn.
Alle Bilder, die wir unser ganzes Leben lang sehen, werden im Sehzentrum an der Hinterseite des Gehirns gebildet und dieses Sehzentrum hat eine Größe von nur einigen Zentimetern. Ein Bild von einem kleinen Zimmer, oder einer breiten Landschaft passt in diesen ganz kleinen Raum hinein. Was wir also sehen, ist nicht die tatsächliche Größe, die draußen herrscht, sondern die Größe, die von unserem Gehirn wahrgenommen wird. |
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Bei den Gerüchen, die wir riechen, verhält es sich ebenso. Keiner der Gerüche kann uns aus der Entfernung erreichen. Wir nehmen an, dass die Reize, die in unserem Geruchszen-trum entstehen, die Gerüche der Gegenstände draußen sind. Doch so wie die Erscheinung einer Rose im Sehzentrum gebildet wird, ent-steht auch der Geruch dieser Rose in ähnlicher Weise innerhalb des Geruchszentrums. Draußen gibt es weder eine Rose noch einen Geruch, der dieser Rose angehört...
Denn die "äußere Welt", die unsere Sinne uns vorspielt, ist nichts anderes als die Ganzheit der elektrischen Signale, die gleichzeitig unser Gehirn erreichen. Unser Gehirn interpretiert unser Leben lang diese Signale. Wir leben weiter, indem wir diese Signale für das "äußere" Original der Materie halten, ohne dass wir merken, wie wir uns irren; und wir irren uns, denn wir können durch unsere Sinne die Materie selbst nie erreichen.
Was die Signale, die wir als die "Außenwelt" ansehen, interpretiert und verständlich macht, ist wiederum unser Gehirn. Betrachten wir unseren Hörsinn: Es ist unser Gehirn, das die Schallwellen, die unser Ohr erreichen, in eine Sinfonie umwandelt, indem es diese Schallwellen interpretiert. Das heißt, die Musik ist eine Wahrnehmung, die unser Gehirn bildet. Wenn wir Farben sehen, erreichen eigentlich nur unterschiedliche Wellenlängen des Lichts unser Auge. Was diese unterschiedlichen Wellenlängen in Farben umwandelt, ist wieder unser Gehirn. In der "Außenwelt" gibt es keine Farbe. Weder sind der Apfel rot und der Himmel blau, noch sind die Bäume grün. Sie besitzen diese Farben nur deshalb, weil wir sie so wahrnehmen. Die "Außenwelt" ist vollständig abhängig von demjenigen, der sie wahrnimmt.
So verursacht zum Beispiel eine kleine Störung in der Retina des Auges die Farbenblindheit. Einige Menschen nehmen die Farbe blau als grün, einige die rote Farbe als blau wahr und einige nehmen die Farben als unterschiedliche Töne der Farbe "grau" wahr. An dieser Stelle ist es nicht mehr wichtig, ob die Objekte draußen farbig sind oder nicht.
Der berühmte Denker Berkeley betont diese Tatsache mit folgenden Worten:
Anfangs wurde angenommen, dass die Farben, die Gerüche usw. tatsächlich bestehen; später aber wurden solche Meinungen abgelehnt, und es wurde gesehen, dass diese nur durch unsere Sinne existieren.26
Zusammengefasst kann man sagen: Wir sehen die Objekte nicht deswegen farbig, weil sie farbig sind oder draußen eine materielle Existenz haben, denn alle Eigenschaften, die wir diesen Objekten zuschreiben, befinden sich nicht in der äußeren Welt, sondern in uns.
Aber was bleibt dann übrig von der "äußeren Welt"?
| Es ist möglich, durch künstliche Stimmulierung eine physische Welt in unserem Gehirn zu erzeugen, die ebenso wahr und real ist wie die wirkliche Welt, ohne dass es dazu einer physischen Welt bedarf. Durch künstliche Stimmulierung kann jemand in den Zustand versetzt werden, dass er sich vorstellt, ein Flugzeug zu steuern, während er in Wirklichkeit zu Hause ist. |
Wir können es nicht wissen. Im Gegenteil, da jedes Objekt nur eine Summe von Wahrnehmungen ist und da die Wahrnehmungen nur im Verstand bestehen, ist die einzige Welt, die existiert, die Welt der Wahrnehmungen. Die einzige Welt, die wir erkennen, ist die Welt, die in unserem Verstand entworfen, gefärbt und vertont wird. Die einzige Welt, deren Existenz wir sicher sein können, ist diese Welt.
Wir können nie beweisen, dass die Wahrnehmungen, die wir uns in unserem Gehirn ansehen, materielle "Gegenstücke" haben. Es ist durchaus möglich, dass diese Wahrnehmungen von einer künstlich hergestellten Quelle verursacht werden.
Dies können wir mit folgendem Beispiel in unserem Verstand darstellen:
Nehmen wir an, man hätte unser Gehirn von unserem Körper getrennt und würde es in einem Glasgefäß künstlich am Leben erhalten. Weiterhin nehmen wir an, man hätte daneben einen Computer gestellt, der im Stande ist, alle not-wendigen Signale zu erzeugen. Dieser Computer soll nun die elektrischen Sig-nale der Daten wie Geruch, Erscheinung und Schall, die irgendeinem Ort zugehörig sind, erzeugen und speichern. Jetzt verbinden wir diesen Computer mit Hilfe elektrischer Kabel mit den Wahrnehmungszentren im Gehirn und senden elektrische Signale zum Gehirn. Immer wenn unser Gehirn diese Signale wahrnimmt, wird es, besser gesagt werden "wir" den Ort sehen und erleben, dessen "Gegenwert" diese Signale entsprechen.
Wir könnten von diesem Computer zu unserem Gehirn auch elektrische Signale senden, die unser Aussehen repräsentieren. Wenn wir zum Beispiel alle elektrischen Gegenwerte der Sinne wie das Sehen, Hören, Berühren, die wir wahrnehmen, während wir an einem Tisch sitzen, zu unserem Gehirn senden, dann würde unserer Gehirn beispielsweise glauben, dass es sich bei ihm um einen in seinem Büro sitzenden Geschäftsmann handelt. Solange die Reize aus dem Computer das Gehirn erreichen, wird auch diese imaginäre Welt fortbestehen. Es wird nie bemerken, dass es nur aus einem Gehirn besteht. Denn damit innerhalb des Gehirns eine Welt entstehen kann, ist es ausreichend, dass die erforderlichen Reize die betreffenden Zentren des Gehirns erreichen. Diese Reize können auch aus einer künstlichen Quelle, wie aus einem Tonbandgerät kommen.
Der bekannte Wissenschaftsphilosoph Bertrand Russell sagt zu diesem Thema Folgendes:
...Wenn es sich um den Tastsinn der Finger handelt, der entsteht, wenn wir unsere Finger auf einen Tisch drücken, so handelt es sich dabei um einen elektrischen Einfluss der Elektronen und Protonen an den Fingerspitzen. Gemäß der modernen Physik entsteht dieser Effekt auf Grund der Nähe von Elektronen und Protonen auf der Tischoberfläche. Wenn der gleiche Effekt an unseren Fingern auf einem anderen Weg verursacht würde, dann würden wir dasselbe fühlen, obwohl es keinen Tisch gibt.27
Ja, es ist ganz leicht, dass wir uns irren, indem wir die Wahrnehmungen, die keine materiellen Gegenwerte haben, als Realität ansehen. Ebenso passiert es uns auch in unseren Träumen. Im Traum erleben wir Ereignisse, sehen wir Menschen, Objekte, Orte, die vollständig real erscheinen. Aber sie alle sind nichts anderes als eine Wahrnehmung. Zwischen Traum und tatsächlicher Welt gibt es keinen grundlegenden Unterschied: Beide werden im Gehirn erlebt.
Ein Beispiel über den Traum wird uns diese Tatsache erklären. Stellen wir uns entsprechend unserer bisherigen Ausführungen vor, dass wir uns in unserem Gehirn einen Traum betrachten. Im Traum werden wir einen eingebildeten Körper haben. Einen eingebildeten Arm, ein eingebildetes Auge, ein eingebildetes Bein und auch ein eingebildetes Gehirn. Wenn wir während unseres Traums gefragt würden "Wo siehst du?", würden wir antworten, "Ich sehe in meinem Gehirn", aber es gibt kein tatsächliches Gehirn. Es gibt nur einen eingebildeten Körper, einen eingebildeten Schädel und ein eingebildetes Gehirn. Der Wille, der die Bilder im Traum sieht, ist nicht das eingebildete Gehirn im Traum, sondern ein anderes Wesen, das "weiter entfernt" von diesem Willen ist.
Wir wissen, dass es zwischen dem Ort im Traum und dem Ort, den wir als den Ort des "tatsächlichen Lebens" bezeichnen, keinen physikalischen Unterschied gibt. Wenn dem so ist, dann ist es ganz sinnlos, dass wir wie im obigen Beispiel antworten, "In meinem Gehirn", wenn wir an dem Ort, den wir als den "tatsächlichen" Ort bezeichnen, gefragt werden, "Wo siehst du?". In beiden Fällen ist der sehende und wahrnehmende Wille nicht das Gehirn, denn das ist eigentlich nur ein Stück Fleisch.
Wenn wir das Gehirn analysieren, erhalten wir nichts anderes als die Mole-küle der Proteine und Fette, die sich auch in anderen lebendigen Organismen wiederfinden. Das heißt, in diesem Stück Fleisch, das wir als Gehirn bezeichnen, gibt es nichts, das sich die Bilder ansehen und das Bewusstsein entstehen lassen kann. Nichts also, was eine "Identität" schaffen könnte.
R. L. Gregory bringt diesen Irrtum den die Menschen über die Wahr-nehmung der Bilder innerhalb des Gehirns begehen, so zur Sprache:
Eine Tendenz zu hinterfragen, wie die Augen im Gehirn Bilder entstehen lassen, besteht zwar, aber man sollte es unterlassen. Denn wenn gesagt wird, dass ein Bild im Gehirn entstanden ist, dann muss es drinnen noch ein Auge geben, welches dieses Bild sieht- aber um das Bild dieses Auges sehen zu können, wird man noch ein anderes Auge benötigen, ... und dies bedeutet, dass es endlose Augen und Bilder geben müsste. Das kann nicht möglich sein.28
Der grundsätzliche Punkt, den die Materialisten, die keine andere Daseins-form als die der Materie annehmen, beim besten Willen nicht verstehen können, liegt hier: Wem gehört das "innere Auge", das sieht und wahrnimmt was es sieht und eine Reaktion hervorruft?
Karl Pribrams Kommentar vor der Welt der Wissenschaft und Philosophie auf die Frage, wer das Wahrnehmende ist:
Seit den Griechen dachten die Philosophen über "den Geist in der Maschine", "den kleinen Menschen im Menschen" usw. nach. Wo ist das Ich - das Wesen, das das Gehirn benutzt? Wer ist es, der die Tat des Wissens verwirklicht? Entsprechend der Auslegung des Heiligen Franziskus von Assisi, "Was wir suchen ist das, was das Sehende ist."29
Man denke jetzt daran: Das Buch in unserer Hand, das Zimmer, in dem wir sitzen, alle Bilder vor uns werden innerhalb unseres Gehirns gesehen. Aber sehen die Atome diese Bilder? Die blinden, tauben und unbewussten Atome?... Warum haben einige Atome diese Eigenschaften erworben und die anderen nicht?.. Bestehen alle Sinne, das Denken, Begreifen, die Erinnerung, die Freude und das Ärgern aus chemischen Reaktionen zwischen Atomen?
Wenn wir über diese Fragen sorgfältig nachdenken, merken wir, dass es sinnlos ist, in den Atomen nach einem Willen zu suchen. Es ist offensichtlich, dass die Existenz, die sieht, hört und fühlt, eine über der Materie stehende Existenz ist. Diese Existenz ist "lebendig" und ist weder die Materie noch ein Bild. Diese Existenz steht in Kontakt mit den Wahrnehmungen, indem sie unsere Körpererscheinung benutzt.
Die reale Existenz ist die Seele. Die Materie besteht nur aus den Wahr-nehmungen, die die Seele sieht. Die intelligenten Wesen, die diese Zeilen schreiben und lesen, sind nicht die Atome und Moleküle und auch nicht die chemischen Reaktionen zwischen ihnen, sondern die "Seelen".
| Das Gehirn ist ein Zellenhaufen, das aus Eiweiß- und Fettmolekülen entsteht. Neuron genannte Nervenzellen bilden das Gehirn. In diesem Fleischhaufen existiert keine Kraft welche Wahrnehmungen sieht, einen Verstand erzeugt, kurz gesagt, das “Ich” genannte Dasein bildet. |
Doch wer zeigt unserer Seele ununterbrochen die Sterne, die Welt, die Pflanzen, die Menschen, unseren Körper und alles andere, was wir sehen?
| Wie aber, wenn die Seele (des Sterbenden) zur Kehle steigt. Und ihr dabei zuschaut, während Wir ihm näher sind als ihr, ohne dass ihr es wahrnehmt? (Sure Al-Waqi’a: 83-85) |
Dieser Schöpfer ist Allah, und der Name seines Buches ist der Quran.
Dass die Himmel und die Erde, nämlich das Universum nicht unbeweglich und stillstehend sind, dass sie nur durch Allahs Schöpfung bestehen und dass sie zu Grunde gehen werden, wenn Er die Schöpfung abschließt, wird in einem Quranvers wie folgt erläutert:
Siehe, Allah stützt die Himmelskörper und die Erde, damit sie nicht untergehen. Und wenn sie zu sinken begännen, so könnte niemand sie an Seiner Stelle halten. Er ist fürwahr nachsichtig und verzeihend. (Sure Al-Fatir: 41)
Wie wir am Anfang dieses Teils erwähnt haben, glauben die meisten Menschen daran, dass Allah eine Existenz sei, die sich irgendwo in den Himmeln befindet und die sich in die weltlichen Belange nicht einmischt. Die Stütze dieser Logik ist, dass das Universum die Gesamtheit der Materie ist und dass Allah sich irgendwo außerhalb dieser Materie befindet.
Wie wir jedoch gesehen haben, besteht Materie aus Wahrnehmung. Die reale absolute Existenz ist Allah. Das heißt, was tatsächlich existiert, ist nur Allah, alles außer Ihm sind Schattenwesen. Aus diesem Grund kann es nicht in Frage stehen, ob Allah sich "außerhalb" der Gesamtheit der Materie befindet. Allah ist "überall" und umfasst alle Dinge. Diese Tatsache wird im Quran so mitgeteilt:
Während wir uns die Wahrnehmungen, die wir für die äußere Welt halten, ansehen, was bedeutet, weiterzuleben, ist die einzige Existenz, die uns nahe ist, keine Wahrnehmung, sondern Allah selbst.
Diese Wirklichkeit ist in der Quransure "...Wir sind ihm näher als (seine) Halsschlagader" (Sure Qaf: 16) verborgen. Wenn ein Mensch glaubt, dass sein Körper aus Materie besteht, kann er diese Tatsache nicht begreifen. Denn wenn der Ort, den er für das "selbst" hält, sein Gehirn ist, dann befindet sich das was er für das "draußen" hält, nur in einer Entfernung von 20-30 Zentimetern von ihm. Wenn er aber begreift, dass Materie nicht existiert und dass alles ein Traum ist, verlieren Begriffe wie "Innere", das "Äußere", "nah" oder "fern" an Bedeutung. Allah hat ihn ringsum erfasst und befindet sich in einer endlosen Nähe zu ihm.
Allah teilt den Menschen durch den Quranvers "Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, siehe, Ich bin nahe. Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft. Deshalb sollen sie auf Mich hören und an Mich glauben. Vielleicht werden sie den rechten Weg einschlagen." (Sure Al-Baqara: 186) mit, dass er sich den Menschen in einer endlosen Nähe befindet. Die Aussage "Und Wir sprachen zu dir: "Siehe, dein Herr umfängt die ganze Menschheit..." in einem anderen Vers, teilt den Menschen wieder die gleiche Tatsache mit. (Sure Al-Isra': 60)
Der Mensch irrt sich, wenn er glaubt, dass er sich selbst die nächste Existenz sei. Dabei ist Allah uns noch näher als wir selbst. Allah hat uns durch den Vers "Wie aber, wenn die Seele (des Sterbenden) zur Kehle steigt. Und ihr dabei zuschaut, während Wir ihm näher sind als ihr, ohne dass ihr es wahrnehmt?" diese Tatsache mitgeteilt. (Sure Al-Waqi'a: 83-85) Doch wie in dem Vers erwähnt wurde, leben die Menschen völlig ahnungslos bezüglich dieser außerordentlichen Wahrheit, weil sie diese nicht mit ihren Augen sehen.
| Wenn man nur etwas tiefer über das nachdenkt, was hier gesagt wurde, dann erkennt man, wie erstaunlich und ungewöhnlich dieser Zustand ist, dass alles um uns herum nichts als reine Vorstellung ist... |
Das ist die Wirklichkeit. Der Mensch kann daran nichts ändern. Er kann darauf beharren, sich selbst als eine Existenz anzusehen, die unabhängig von Allah ist, aber das ändert nichts.
| DIE WELT IM TRAUM Für uns bedeutet die Materie das, was wir mit unserer Hand halten und mit unserem Auge sehen. Jedoch auch im Traum “halten wir mit unserer Hand, sehen wir mit unserem Auge”, aber in Wirklichkeit gibt es weder Hand, noch Auge, noch etwas anderes, was gehalten und gesehen wird. Es gibt keine materielle Tatsache außer dem Gehirn, das all dieses schafft. Offensichtlich irren wir uns. Ja, aber was trennt das wirkliche Leben und den Traum voneinander? Beide Erlebnisse entstehen im Gehirn. Wenn wir während des Traums ganz leicht in einer nicht wahren Welt leben können, dann ist dasselbe auch für die Welt gültig, in der wir uns befinden. Es gibt keine logische Begründung, die uns aufhält zu denken, dass wir in einem noch längeren Traum sind, nachdem wir aufgewacht sind. Der Grund, warum wir den Traum als eine Phantasie und die Welt als die Wirklichkeit ansehen, sind nur unsere Gewohnheiten und Vorurteile. Und dies zeigt uns, dass wir eines Tages wie nach dem Schlafen aufgeweckt werden. |
Das alles ist Tatsache, denn die Welt ist nur eine Gesamtheit von Bildern, die erschaffen wurden, um die Menschen zu prüfen. Ihr kurzes Leben lang werden die Menschen mit Wahrnehmungen geprüft, die eigentlich keine Wirklichkeit haben. Diese Wahrnehmungen jedoch werden als besonders anziehend und reizvoll dargestellt. Das wird im Quran so erläutert:
Die Reichen, die mit ihren Yachten stolz segeln, die, die mit ihren Autos bei Freunden "angeben" und denken sie könnten damit prahlen, müssen sich bewusst sein, in welche Situation sie geraten, wenn sie bemerken, dass sie nur mit Illusionen prahlen. Ähnliches erleben sie auch in ihrem Träumen. Es ist dasselbe, wie wenn jemand mit den Sachen die er im Traum gehabt hat, prahlt. Beides, sowohl die Dinge im Traum, als auch die Dinge auf dieser Welt, sind nur Illusionen in unserem Gehirn.
So werden sie sich über ihre Reaktionen bezüglich der Geschehnisse dieser Welt schämen, wenn sie die Wahrheit erkennen. Menschen die sinnlos streiten, herumbrüllen, betrügen, geizig sind, andere Menschen verletzen, die von Macht und Rang besessen sind und andere beneiden, müssen sich Gedanken machen, wie kleinlich sie sich vorkommen werden, wenn sie merken, dass sie alles nur für Illusionen getan haben.
Die Gier nach Illusionen, die Religion bei Seite zu schieben und dafür die Ewigkeit zu verlieren, ist eine sehr große Dummheit. Das bringt dem Menschen nur ewige Verdammnis.
Obendrein ist der eigentliche Besitzer, da diese Illusionen von Allah ge-schaffen sind, nur Allah selbst. Schließlich wird diese Wahrheit im Quran besonders bemerkt:
Ein gewissenhafter Mensch würde, solange er noch Zeit dazu hat, versuchen, die größte Wahrheit des Universums zu begreifen. Ansonsten wird er sein Leben mit Illusionen verbringen und dann in ein großes Verderben rennen. Allah weist im Quran auf das Ende der Menschen, die hinter Illusionen herrennen und ihren eigenen Schöpfer vergessen haben, wie folgt hin:
Zum Beispiel hat der treue Marxist George Politzer, einer der größten Anhänger der materialistischen Philosophie, als einen großen Beweis für die Existenz der Materie das "Beispiel mit dem Bus" angeführt. Nach Politzer würden auch die Denker, die die Materie als Wahrnehmung bezeichnen, vor einem Bus weglaufen, wenn sie ihn auf der Strasse sehen würden, um nicht überfahren zu werden. Dies ist für ihn der Beweis für die objektive Existenz der Materie.30
Ein anderer berühmter Materialist, Johnson, wollte die physikalische Existenz der Steine beweisen, in dem er gegen die Steine trat nachdem man ihm erzählt hatte, dass die Materie nichts anderes als eine Gesamtheit der Wahrnehmungen ist.31
Ein ähnliches Beispiel kam von dem Lehrer Friedrich Engels, dem Berater Politzers, der mit Marx zusammen der Begründer des dialektischen Materialismus war. Engels schrieb: "Wenn die Torten die wir gegessen haben, nur Wahrnehmungen wären, dann hätten sie uns nicht satt gemacht."32
In den Büchern der berühmten Materialisten wie Marx, Engels und Lenin sind immer ähnliche boshafte Beispiele und Sätze wie "Die Existenz der Materie spürt man, wenn man eine Ohrfeige bekommt." nachzulesen.
Der Grund, warum die Materialisten solche Sätze schreiben ist, dass sie die Erklärung "Materie ist eine Wahrnehmung" im Sinne von "Materie ist nur ein Lichtspiel" falsch verstehen. Sie meinen, dass die Wahrnehmung nur aufs "Sehen" begrenzt ist, das andere Empfindungen hingegen einen materiellen Gegenwert besäßen. Wenn der Bus also den Menschen anfährt, sagen sie, "Schau, er hat ihn angefahren, es ist also doch nicht nur eine Wahrnehmung". Der springende Punkt, bei dem sie Schwierigkeiten haben, zu verstehen, ist der, dass während der Bus denjenigen anfährt, die Wahrnehmungen von Härte, Schlag und Schmerz nur im Gehirn entstehen.
Die Bilder, die Geräusche, das Fühlen der Härte, die Schmerzen, Licht, Farben und alle möglichen Gefühle, die er im Traum erlebt, empfindet er sehr genau. Alle Wahrnehmungen, mit denen er konfrontiert wird, sind wie im "wirklichen" Leben. Der Kuchen, den er im Traum verzehrt, macht ihn satt obwohl er aus Wahrnehmungen besteht, weil satt werden auch nur eine Wahrnehmung ist, obwohl er eigentlich in diesem Moment in seinem Bett liegt. Es existieren weder eine Treppe noch Verkehr, kein Bus und auch kein Kuchen. Derjenige, der träumt, sieht und erlebt Wahrnehmungen, von denen es in seiner Umwelt kein Gegenstück gibt.
Dass wir im Traum die Ereignisse, die in der Außenwelt keinen materiellen Gegenwert haben, trotzdem sehen, erleben und fühlen können, zeigt deutlich, dass in der Außenwelt nur sinnliche Wahrnehmungen entstehen.
Menschen, die Anhänger der materialistischen Philosophie sind, vor allem die Marxisten, regen sich auf, wenn ihnen diese Wahrheit, der Ursprung der Materie erzählt wird. Sie zitieren oberflächliche und unlogische Beispiele von Marx, Lenin und Engels und machen eifrige Erklärungen.
Diese Leute könnten ja diese Erklärungen auch im Traum machen. In ihren Träumen lesen sie das Kapital, nehmen an den Versammlungen teil, geraten mit der Polizei in Auseinandersetzungen, bekommen einen Stein an den Kopf geworfen, werden verletzt und spüren den Schmerz der Wunde. Wenn sie im Traum über die geträumten Erlebnisse gefragt werden, glauben sie auch, dass es absolute Materie ist, genauso wie sie im Wachzustand glauben, dass alles absolute Materie ist. Doch es ist egal ob Traum oder tägliches Leben, alles was erlebt, gesehen und gefühlt wird, sind nur sinnliche Wahrnehmungen.
Sogar wenn alle Wahrnehmungen des Unfallopfers auf ein Gerät aufgenommen würden, und die Wahrnehmungen immer wieder von Anfang an jemandem abgespielt werden würden, dann führe ihn der Bus immer wieder an. Aber welcher Bus ist dann der echte?
Die Materialisten können auf diese Frage keine Antwort geben, die nicht in sich widersprüchlich wäre. Die richtige Antwort ist, dass alle den Unfall in ihrem Geist vollständig erlebt haben. Für die Beispiele mit dem "Kuchen" und "gegen einen Stein treten" gilt dasselbe. Wenn wir die Nerven und Sinnesorgane von Engels, der das Sättigungs- und Völlegefühl des Kuchens spürt, mit einem zweiten Gehirn parallel verbinden würden, würde derjenige gleichzeitig mit Engels den Kuchen verzehren und gesättigt sein. Verbindet man die Nerven des Materialisten Johnson, der Schmerzen fühlte als er gegen den Stein trat, mit einem anderen parallel, tritt auch der gegen einen Stein und fühlt Schmerzen. Welcher Kuchen und welcher Stein ist nun Realität? Der materialistische Philosoph kann darauf nur widersprüchliche Antworten geben. Die richtige Antwort ohne Gegensätze ist: Engels und auch die zweite Person haben den Kuchen in ihrem Geist gegessen und sind satt geworden. Auch Johnson und die andere Person haben beide den Moment als sie gegen den Stein getreten haben, mit allen Einzelheiten im Geiste erlebt.
Lassen Sie uns am obigen Beispiel von Politzer folgende Änderung vornehmen: Die Nerven von Politzer, der zu Hause sitzt, verbinden wir mit dem Unfallopfer und die Nerven vom Unfallopfer mit denen Politzers. Jetzt glaubt Politzer, der zu Hause sitzt, ihn überfahre ein Bus und die Person, die angefahren wurde, spürt nichts von der Katastrophe, weil sie jetzt denkt, sie säße zu Hause. Dieses Gedankenspiel kann man auch mit dem Kuchen und dem Stein machen.
Wie wir sehen, ist es für dem Menschen nicht möglich, aus seinen sinnlichen Wahrnehmungen herauszutreten. Also ist es möglich, der Seele alles zu zeigen, ohne dass es einen Körper und ein materielles Dasein gibt und ohne dass eine materielle Umgebung existiert, und zwar so gut, dass sie sogar an die dreidimensionale perfekte Erscheinung glaubt und von ihrer Existenz überzeugt sein wird.
Denn jeder Mensch ist von seinen Wahrnehmungen abhängig.
Die Beispiele, die die Materialisten gegen die Tatsache, dass alles nur Er-scheinungen sind, anführen, zeigen, wie entfernt sie davon sind, dieses Thema zu verstehen. Ein Beispiel hierfür ist ein Artikel einer Zeitschrift, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, in der Türkei den Materialismus zu verteidigen. Der Herausgeber dieser Zeitung, ein Materialist, hat eingesehen, dass die Außenwelt aus Erscheinungen im Gehirn besteht, aber er sagt, die Erschein-ungen könne man trennen in solche, die ein materielles Gegenstück besitzen und solche, die keines besitzen. So behauptet er, dass die Erscheinungen ein materielles Gegenstück besitzen. Gibt es denn einen wissenschaftlichen Beweis für die Behauptung, dass Erscheinungen in der Außenwelt ein Gegenstück besitzen? Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg.
Niemand hat einen Beweis oder das Wissen über das, was sich außerhalb des Gehirns befindet. Denn alles was wir sehen und wahrnehmen, ist im Gehirn schon als Wahrnehmung vorhanden. Die Erscheinungen im Gehirn als Maßstab zu nehmen und dann zu sagen, ob außerhalb des Gehirns noch etwas existiert oder nicht, ist unmöglich. Schließlich besteht die Aussage "Die Erscheinungen im Gehirn haben ein materielles Gegenstück" des betreffenden Herausgebers nur aus einer unbewiesenen Behauptung.
Diese Behauptungen wissenschaftlich zu belegen, hat er keinen Beweis. Der Herausgeber gibt darauf folgende Antwort: "Ich weiß nicht ob die Erscheinungen in meinem Gehirn ein Gegenstück in der Außenwelt haben, aber dasselbe gilt auch wenn ich ein Telefongespräch führe. Wenn ich telefoniere, kann ich meinen Gesprächspartner nicht sehen, aber wenn ich ihm später gegenüberstehe, kann ich das Gespräch bestätigen lassen.
Er meint mit diesem Vergleich folgendes: Wenn man an den Wahr-nehmungen zweifelt, kann man sich die eigentliche Materie anschauen und die Wahrheit kontrollieren.
Doch es ist für uns unmöglich, die eigentliche Materie zu erreichen. Wir können niemals aus dem Gehirn heraus und können niemals wissen was "draußen" ist. Wir können uns von dem Gesprächspartner bestätigen lassen, ob er geredet hat. Aber diese Bestätigung besteht auch nur aus Erscheinungen, die im Geist erlebt werden. Dass derjenige einsieht, dass alle Erscheinungen im Geist entstehen und glaubt, die Bestätigung sei etwas Unabhängiges, zeigt dass sein Auffassungsvermögen begrenzt ist und er noch nicht verstanden hat, worum es eigentlich geht, obwohl die Logik die hier erläutert wurde, von jemandem der ein normales Auffassungsvermögen hat und gesund ist, schnell und einfach zu verstehen ist. Jeder Mensch der ohne Vorurteil ist, weiß nach dieser Erläuterung, dass man das Dasein der Außenwelt nicht mit seinen Sinnen testen kann. Kein logischer Mensch sagt, dass sich die Geschehnisse bis zu einem bestimmten Punkt im Geist abspielen und ab diesem Punkt nicht mehr. Von wem soll man sich dann das Gegenstück der Geschehnisse bestätigen lassen? Wieder von denen, die nur ein Schattenwesen im Gehirn sind?
Zweifellos ist es unmöglich, dass die Materialisten eine Quelle finden, bei der sie über das Äußere des Gehirns Wissen erhalten und bestätigen lassen könnten.
Wenn sie über die wissenschaftlichen Beweise nachdenken, fangen sie langsam an, dieses Thema zu verstehen. Und wenn sie sich dieser Wahrheit ein wenig aufrichtiger widmen würden sähen sie bald ein, dass der von ihnen so hochgeschätzte Begriff "Materie" einschließlich des Gehirns nur aus einer Illusion besteht.
So bleibt also, dass außer uns auch noch andere Wesen die Materie dort draußen sehen. Die Engel Allahs, die Botschafter, die als Schreiber eingesetzt wurden, treten als Zeuge dieser Welt auf:
Sie ist kein Ort der absolut ist und wirklich existiert, wie die sinnlos auf der Strasse herumlaufenden, in der Kneipe streitenden, in luxuriösen Cafés prahlenden Menschen, die mit ihrem Hab und Gut angeben und die, die ihr Leben für wertlose Ziele opfern, glauben. Sie ist nur die Gesamtheit der sinnlichen Wahrnehmungen, nur eine Illusion. Die Menschen die wir aufgezählt haben, sind Schattenwesen, die diese Wahrnehmungen im Gehirn betrachten, aber sie sind sich dessen nicht bewusst.
Das Thema ist deshalb so wichtig, weil es die materialistische Philosophie, die Allah ablehnt, von Grund auf zerstört. Aus diesem Grund haben Marx, Engels, Lenin, und andere Materialisten sich aufgeregt, sind in Panik geraten und warnten ihre Anhänger "Glaubt bloß nicht daran". Eigentlich haben diese Leute ein so schwaches Verständnis, dass sie nicht einmal die Wahrheit, dass sich alle Wahrnehmungen im Gehirn abspielen, verstehen können. Die Welt, die sie im Gehirn erleben, ist für sie die "Außenwelt" und die anderen offensichtlichen Beweise können sie einfach nicht begreifen. Diese Gedankenlosigkeit ist ein Effekt ihres Mangels der Vernunft, den Allah ihnen gab. Denn im Quran wird über die Leugnenden Folgendes gesagt: "Herzen haben sie, mit denen sie nicht verstehen. Augen haben sie, mit denen sie nicht sehen. Und Ohren haben sie, mit denen sie nicht hören. Sie sind wie das Vieh; ja verirren sich noch mehr. Sie sind die Achtlosen". (Sure Al-A'raf, 179)
Dieses Thema haben wir nun bis zu einem bestimmten Punkt behandelt. Was nach diesem Punkt kommt, kann man selbst herausfinden, wenn man einmal aufrichtig darüber nachdenkt.
Dann nämlich wird man sehen, dass das intelligente Wesen, das alles sieht, hört, fühlt, denkt und in diesem Moment dieses Buch liest, nur die Seele ist, die wie auf einer Leinwand die Wahrnehmungen, die wir Materie nennen, anschaut. Der Mensch, der das versteht, entfernt sich von der Dimension der materiellen Welt, die ihn täuscht, und er gelangt zur Dimension der wahren Wesen. Die Wahrheit die wir erwähnt haben, haben einige Philosophen und Glaubensmenschen in der Geschichte erkannt. Islamwissenschaftler wie Imam Rabbani, Muhyiddin Arabi und andere haben diese Wahrheit mit den Zeichen aus dem Quran und mit ihrer eigenen Logik gefunden. Auch einige westliche Philosophen wie George Berkeley haben diese Wahrheit mit ihrer Logik begriffen. Imam Rabbani lehrt, dass Allah das einzige und absolute Wesen ist und dass das gesamte materielle Universum nur eine "Illusion" ist und aus Traumbildern besteht. Er schreibt:
Allah... hat die Körper der Wesen, die Er schuf, aus nichts anderem, als dem "Nichts" erschaffen ... Er hat alles in der Dimension der Sinnesempfindung und der Wahrnehmung erschaffen ... die Existenz des Universums liegt nur in der Dimension der Sinnesempfindung und der Wahrnehmung, nicht aber in der materiellen Dimension. Tatsächlich existiert draußen (in der Außenwelt) kein anderer, als der erhabene Herr (Allah). (Übersetzung ins Deutsche aus dem vereinfachten türkischen Text)33
Die Anzahl der Personen, die diese Wahrheit begriffen haben, war schon immer begrenzt. Die großen Wissenschaftler wie Imam Rabbani haben geschrieben, dass es heikel sein könnte, diese Wahrheit der Bevölkerung zu offenbaren, da viele es nicht verstehen würden. Aber in der Zeit, in der wir jetzt leben, ist diese Wahrheit mit den Beweisen, die auch die Wissenschaft vorlegt, erklärbar geworden. Die Wahrheit, dass das Universum nur ein Schattenwesen ist, wurde in der Weltgeschichte zum ersten Mal in so einer konkreten, deutlichen und verständlichen Weise erklärt.
Aus diesem Grund wird das 21. Jahrhundert ein Wendepunkt in der Geschichte werden, in dem die Menschen die Heilige Wahrheit erkennen und sich Allah widmen werden, dem einzigen und absoluten Wesen. Im 21. Jahrhundert wird der materialistische Gaube des 19. Jahrhunderts in den Abfalleimer der Geschichte geworfen und Allahs Dasein und Seine Schöpfung erkannt werden. Tatsachen, wie Raumlosigkeit und Zeitlosigkeit werden verständlich, die Menschheit wird von den dichten Vorhängen, die ihnen Jahrhunderte die Sicht versperrt haben, von Betrug und Aberglauben, erlöst werden.
Diese unumkehrbare Entwicklung wird kein Schattenwesen aufhalten können...
Genauso macht jemand einen Vergleich, wenn er jemanden beobachtet, der durch die Tür hereinkommt und sich danach auf das Sofa setzt. Die Bilder der Person, die man beobachtet, wie sie die Tür aufmacht und auf das Sofa zugeht, sind nur Informationen, die sich im Gehirn befinden. Die Zeitempfindung entsteht, wenn man zwischen diesem Wissen und dem Hinsetzen der Person einen Vergleich zieht.
Kurz gesagt, Zeit entsteht, indem man zwischen Erinnerungen Vergleiche anstellt. Wenn jemand kein Gedächtnis hat, kann das Gehirn solche Interpretationen nicht machen und so hat er auch keine Zeitempfind-ung. Der Grund, dass ein Mensch sagt, "Ich bin 30 Jahre alt", ist, dass er zu den vermeintlichen 30 Jahren Erinnerungen im Gehirn angesammelt hat. Wenn er kein Gedächtnis besäße, würde er nicht denken, dass diese Zeitspanne vergangen sei, sondern wäre nur mit dem "Moment" den er erlebt konfrontiert.
Die Filme die rückwärts gezeigt werden, zeigen uns wie es aussehen würde, wenn die Zeit zurückfloss. Eine Welt, in dem die Milch sich vom Kaffee trennt um ihren Behälter zu erreichen und dann nach oben schießt, eine Welt, in der der Lichtstrahl, statt von seiner Quelle zu strömen, aus den Wänden angesaugt wird, einer Falle gleich, um sich dort zu sammeln; eine Welt in dem ein Stein mit bewundernswerter Zusammenarbeit der Wassertropfen aus dem Wasser geworfen wird und auf einer schiefen Bahn in die Hand des Menschen gelangt. Aber ebenso wie eine Welt, in der die Zeit zurückläuft, verhalten sich auch unser Gehirn und unser Erinnerungsvermögen verkehrt herum. Für die Vergangenheit gilt dasselbe und die Welt scheint für uns wie sie erscheint.34
Weil unser Gehirn an eine bestimmte Reihenfolge gewöhnt ist, verläuft die Welt nicht wie oben beschrieben, und wir denken es läuft vorwärts. Aber eigentlich ist dies nur eine Entscheidung, die im Gehirn getroffen wird und sie ist relativ. In Wirklichkeit wissen wir nicht, wie die Zeit läuft und ob sie überhaupt läuft. Das zeigt, dass die Zeit nicht absolut, sondern nur eine Empfindungsart ist.
Dies hat auch einer der größten Physiker, Albert Einstein am Ende seiner allgemeinen Relativitätstheorie begründet. In seinem Buch Einstein und Universum schrieb Lincoln Barnett zu diesem Thema Folgendes:
Einstein hat zusammen mit dem absoluten Universum auch den Begriff einer Zeit, die von unendlicher Vergangenheit zur unendlichen Zukunft läuft und sich nie irrt, beiseite geschoben. Der Teil, der den größten Teil des die allgemeine Relativitätstheorie umgebenden Unverständnisses ausmacht, entsteht dadurch, dass die Menschen akzeptieren möchten, dass die Zeitempfindung, ebenso wie die Farbenempfindung, nur eine Art der Wahrnehmung ist ... Ebenso wie das Weltall nur eine Aneinanderreihung von Möglichkeiten materiellen Wesens ist, so ist die Zeit eine mögliche Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die Subjektivität der Zeit, wird am besten durch diese Sätze Einsteins erklärt: "Das Leben eines Individuums erscheint uns aneinandergereiht in einer Reihenfolge von Geschehnissen. Die Erinnerungen aus dieser Reihenfolge werden von uns als "vorher" und "nachher" eingeordnet. Aus diesem Grund gibt es für das Individuum eine Ich-Zeit oder eine subjektive Zeit. Diese Zeit kann nicht in ihm gemessen werden. Zwischen den Geschehnissen und den Zahlen kann ich so eine Verbindung darstellen, dass eine große Zahl nicht mit einem vergangenen Geschehnis, sondern mit einem bevorstehenden verbunden ist".35
Einstein hat, nach Barnetts Aussagen, gezeigt, dass das Weltall und die Zeit auch Empfindungsarten sind. Auch sie können nicht vom Unterbewusstsein getrennt werden; genau wie die Farben, Form und Größe".36
Weil die Zeit nur aus Wahrnehmungen besteht, ist sie vom Wahrnehmenden abhängig, also ist sie ein relativer Begriff.
Die Geschwindigkeit des Zeitablaufs ändert sich je nach den Referenzen, mit denen wir unsere Vergleiche anstellen. Denn im Körper des Menschen befindet sich keine Uhr, die den Zeitablauf in absoluter Genauigkeit anzeigt. So wie Lincoln Barnett beschreibt, Wenn es keine Augen gibt, die die Farben bestimmen, dann gibt es auch keine Farben. Genauso sind der Moment, die Stunde oder der Tag ein "Nichts", wenn es kein Ereignis gibt welches die Zeit anzeigt. Die Relativität der Zeit erlebt man sehr deutlich im Traum. Auch wenn wir das Gefühl haben, dass die Ereignisse im Traum Stunden gedauert haben, hat alles in Wirklichkeit nur ein paar Minuten oder sogar nur ein paar Sekunden gedauert.37
Um das leichter zu verstehen, stellen wir uns vor, wir säßen in einem speziell hergerichtetem Zimmer, welches nur ein Fenster hat und verbringen darin einige Zeit. Im Zimmer soll auch eine Uhr sein, die uns die Zeit angibt. Gleichzeitig sollen wir durch das Fenster sehen können, wie die Sonne in bestimmten Abständen auf- und untergeht. Nach ein paar Tagen werden wir gefragt, wie lange wir dort geweilt haben. Unsere Antwort wird die Information sein, die wir daraus gezogen haben, den Sonnenauf- und -untergang beobachtet und auf die Uhr geschaut zu haben. Angenommen, wir hätten berechnet, dort drei Tage verbracht zu haben. Wenn derjenige, der uns in dieses Zimmer gebracht hat, kommt und sagt "Du hast in diesem Zimmer nur zwei Tage verbracht; der Sonnenauf- und -untergang war künstlich und die Uhr wurde absichtlich schneller eingestellt", dann haben alle unsere Berechnungen keinen Wert mehr.
Dieses Beispiel zeigt uns, dass unser Wissen über die Geschwindigkeit des Zeitablaufs nur von den Referenzen der wahrnehmenden Person abhängig ist.
Die Relativität der Zeit ist eine wissenschaftlich bewiesene, konkrete Wahrheit. Die allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein legt offen dar, dass der Zeitablauf sich nach der Geschwindigkeit und nach der Entfernung zum Anziehungsort eines Körpers ändert. Je stärker die Ge-schwindigkeit steigt, desto kürzer und gedrängter ist die Zeit; Und mit geringerem und langsameren Verlauf, kommt sie zu einem Punkt, als ob sie fast stehenbleiben würde.
Das erklären wir mit einem Beispiel von Albert Einstein. In diesem Beispiel wird einer von zwei Zwillingen auf der Erde bleiben und der andere wird mit Lichtgeschwindigkeit auf eine Reise durch den Weltraum geschickt.
Wenn er zurückkehrt, wird er seinen Zwilling auf der Erde viel mehr gealtert vorfinden. Der Grund dafür ist, dass die Zeit für den Zwilling der im All war, viel langsamer ablief. Das gleiche Beispiel bei einem Vater und seinem Sohn; "Wenn der Vater 27 und der Sohn 3 Jahre alt ist und der Vater kehrt nach 30-Erdenjahren wieder auf die Welt zurück, ist er 30 und der Sohn 33".38
Der Grund für die Relativität ist nicht etwa, das die Stunden schneller oder langsamer schlagen, sondern dass die materiellen Systeme bis hin zum kleinsten Teil der Atome in unterschiedlichen Geschwindigkeiten arbeiten. In einer Atmosphäre, in der die Zeit so gekürzt wird, sind die Rhythmen der Herzschläge, Zellteilungen und Gehirnfunktionen viel langsamer. Der Mensch führt sein tägliches Leben fort, ohne zu merken das die Zeit sich verlangsamt.
In einigen Versen wird erklärt, dass die Zeitempfindung der Menschen unterschiedlich ist und der Mensch eine sehr kurze Zeit als sehr lang empfinden kann. Die Gespräche bei der Befragung im Jenseits sind ein Beispiel dafür:
Genau hier liegt die Quelle, die viele Menschen nicht richtig verstehen können und die die Materialisten gar nicht verstehen und daher völlig abstreiten. Schicksal bedeutet, dass Allah alle Geschehnisse der Zukunft bereits weiß, so wie die der Vergangenheit. Eine große Mehrheit der Menschen fragt sich, wie Allah alles schon vorher wissen kann und begreift die Wahrheit des Schicksals nicht. Allah ist völlig unabhängig von Raum und Zeit. Ist doch Er derjenige, Der beides schuf. Deswegen sind für Allah Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart gleichgültig, schon passiert und vorbei.
Lincoln Barnett beschreibt in seinem Buch Einstein und Universum wie die Relativitätstheorie diese Wahrheit andeutet. Nach Barnetts Aussage können alle Wesen, nur von "einem kosmischen Verstand mit ganzer Erhabenheit" in ihrer vollen Bedeutung begriffen werden.39 Der von Barnett als "kosmischer Verstand" beschriebene Wille sind das Wissen und die Intelligenz Allahs, Der der Herrscher über das ganze Universum ist. So wie wir von einem Lineal, Anfang, Mitte, Ende und all die dazwischen liegenden Einheiten als ein Gesamtes problemlos in einem einzigen Moment erkennen können, kann Allah die Zeit, von der wir abhängig sind, von Anfang bis zum Ende als einen Moment sehen. Die Menschen aber erleben die Vorfälle nur, wenn die Zeit dafür kommt und werden Zeugen des Schicksals, welches Allah für sie erschaffen hat.
Dabei sollten wir uns auch einmal der Oberflächlichkeit der fälschlichen Auffassungen, die in der Gesellschaft zum Thema Schicksal herrschen, zuwenden. In dieser verkehrten Auffassung steckt ein Aberglaube. Zwar glauben die Menschen, dass Allah ihnen ein Schicksal vorschrieb, jedoch denken sie, dass sie ihr Schicksal manchmal ändern können. Beispielsweise machen sie die Aussage: "Jemand hat sein Schicksal besiegt", wenn einer einem Unfall knapp entrinnt. Jedoch kann niemand sein Schicksal ändern. Jemand der diesen Unfall überlebt hat, konnte dies aus einem einzigen Grund, es stand in seinem Schicksal geschrieben. Diejenigen, die sich selbst mit der Aussage "Ich habe mein Schicksal besiegt" betrügen und in sich diese Psyche aneignen, tun das deshalb, weil auch das in ihrem Schicksal geschrieben steht.
Denn das Schicksal ist das Wissen Allahs, der die gesamte Zeit kennt und über Zeit und Raum herrscht. Alles ist schon im Schicksal geschrieben und geschehen.
Dass die Zeit für Allah allgegenwärtig ist, kann man auch aus den Erklärungen des Qurans erkennen. Geschehnisse, die noch in unserer Zukunft passieren werden, sind im Quran als geschehen erzählt. Zum Beispiel erzählen die Verse im Quran die Ereignisse wie die Menschen im Jenseits zur Rechenschaft gezogen werden, als ein bereits erlebtes und beendetes Geschehnis.
Die Materialisten haben aber Schwierigkeiten das zu verstehen. Wenn wir zum Beispiel Politzers Bus-Beispiel betrachten: Obwohl Politzer die technische Wahrheit, dass man die Grenze der Sinne nicht überschreiten kann, kannte, hat er dies nur für bestimmte Vorfälle akzeptiert. Das heißt, für Politzer haben sich die Geschehnisse im Gehirn abgespielt bis zu dem Punkt, an dem der Bus den Betreffenden anfuhr. Dann gelangten die Geschehnisse auf einmal nach außerhalb des Gehirns und bekamen eine materielle Wirklichkeit. Der Denkfehler ist hier offen erkennbar. Politzer macht denselben Fehler, wie der Materialist Johnson, der sagte "Ich trete gegen einen Stein und es tut weh, also existiert er" und konnte es nicht verstehen, dass der Schmerz, der bei dem Unfall zu empfinden ist, nur aus Wahrnehmungen besteht.
Eigentlich reicht es aus, wenn man sich vorurteilslos darüber Gedanken macht. Lincoln Barnett erklärt, wie manche Wissenschaftler dieses Thema erahnten:
Während die Philosophen die objektive Welt als eine Schattenwelt darstellen, haben die Wissenschaftler die Grenzen der menschlichen Sinne mit Angst und Verzweiflung erahnt.
Dass die Materie keine physische Wirklichkeit besitzt, bereitet den Materia-listen große Angst. Für die Gläubigen ist es genau umgekehrt. Sie empfinden eine große Freude, wenn sie die Wahrheit der Erde begriffen haben. Denn diese Wahrheit ist der Schlüssel zu allen Themen. Sobald dieses Schloss geöffnet ist, kommt alle Wahrheit ans Tageslicht. Derjenige wird dann dadurch alle Themen leicht begreifen können, bei denen er vorher Schwierigkeiten hatte. Die Themen, die von großer Bedeutung waren, sind jetzt beantwortet. Fragen nach dem Tod, dem Paradies, der Hölle, dem Jenseits, und Fragen wie "Wo ist Allah?", "Was existierte vor Allah?", "Wer schuf Allah?", "Wie lange dauert der Aufenthalt im Grab?", "Wo liegen das Paradies und die Hölle?", "Existieren in diesem Moment die Hölle und das Paradies?", wurden so einfach beantwortet. Man begreift, mit welchem System Allah das ganze Universum schuf. So werden die Fragen "Wo?" und "Wann?" durch die Entdeckung dieses Geheimnisses bedeutungslos. Denn es existieren weder Zeit noch Raum. Wenn man die Raumlosigkeit begreift, erkennt man auch, dass die Welt, das Paradies und die Hölle am selben Ort sind. Wenn man die Zeitlosigkeit begreift erkennt man, dass alles im selben Moment geschieht, man wartet auf nichts, die Zeit vergeht nicht, alles ist schon geschehen und beendet.
Mit diesem Geheimnis wird auch eine andere große Wahrheit, die im Quran erwähnt wird, verständlich. Die Wahrheit, dass Allah dem Menschen "näher als die Halsschlagader" (Sure Qaf, 16) ist... Und wir wissen, dass sich die Halsschlagader in uns befindet. Für den Menschen gibt es keinen näheren Ort als sein Inneres. Dieser Punkt ist mit der Wahrheit der Zeitlosigkeit leicht erklärbar.
Wie wir erkennen, wird dieser Vers mit der Kenntnis dieses Geheimnisses gut verständlich. Das einzige absolute Wesen ist Allah. Alles andere ist eine Manifestation Allahs als Schattenwesen. Allah sieht und kennt den Menschen mit all seinen fünf Sinnen. Wohin wir uns auch drehen, Allahs Antlitz ist überall...
Es ist offen erkennbar, dass das große Geheimnis, das wir in diesem Buch erklärt haben, der Schlüssel zu allem ist. Genau das ist der Grund, wie auch Lincoln Barnett erwähnte, warum die Materialisten sich davor fürchten. So fällt auf, wie primitiv ihre Philosophie und wie unwissend ihre Einstellung ist. Sie sind sich bewusst, dass wenn die wahre Entität der Materie von den Menschen erkannt wird, sie keine Grundlage mehr haben werden, die ihre Einstellung erklärt. Ansonsten gibt es keine Erklärung dafür, warum man vor einer festen Wahrheit dermaßen zurückschreckt und dieser Wahrheit solch einen Widerstand leisten sollte.
Die Beweise von Allahs Schöpfung sind so offensichtlich, dass jedermann, der über ein bisschen Verstand verfügt und gewissenhaft ist, diese Tatsachen, die wir zuvor angesprochen haben, ganz leicht erkennen kann. Aber es ist nicht genug, dass der Mensch erkennt, dass seine Umgebung voll mit den Beweisen ist, die die Schöpfung von Allah zeigen. Im Quran wird von den Menschen, die Allahs Existenz anerkennen, sich aber trotzdem nicht auf dem richtigen Weg befinden, so berichtet:
Derart ist Allah, euer Herr! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge. So dient Ihm alleine. Er ist der Hüter aller Dinge. (Sure al-An'am: 102)
Denn wer den Menschen aus einem Wassertropfen erschaffen hat, ihn aufzieht, ernährt, ihm Ohren und Augen gibt, Genesung bringt, dem soll der Mensch sicherlich dienen, zu Ihm beten und Ihm gehorchen. Man vergesse nicht, dass das unglaubliche Abwehrsystem des Körpers, Medikamente, medizinische Kenntnisse und auch Ärzte selbst allesamt Geschöpfe Allahs sind.
Der deutlichste Beweis, dass ein Mensch Allah dient, ist, dass er sich vor Ihm fürchtet. Ja, ein Mensch, der tatsächlich an Allah glaubt, fürchtet Allah und hütet sich vor Ihm. Denn er fühlt die Macht Allahs und Seine große Pracht, indem er Allahs Wunder überall im Universum sieht.
Außerdem erlernt ein an Allah glaubender Mensch noch eine andere Wirklichkeit aus Seinem Buch: Dieses Universum und diese Welt wurden nur für eine vorübergehende Zeit erschaffen. Der Mensch wird hier für eine kurze Zeit bleiben. Dann wird er entsprechend dem Satz "O Mensch, du bemühst dich mühsam um deinen Herrn. Und du wirst Ihm wirklich begegnen!" (Sure al-Inschiqaq: 6) Allah begegnen. Er wird mit einem neuen Körper das ewige Leben im Jenseits beginnen. Es hängt von seinen Taten ab, die er auf der Welt ausgeführt hat, ob er dieses Leben im Paradies, voll mit zahllosen Schönheiten oder in der Hölle unter großen Bestrafungen führen wird. Wenn er auf der Welt Allah gehorcht, Ihm dient und Seinem Weg folgt, dann wird er mit Allahs Wohlgefallen und dem Paradies belohnt werden. Widersetzt er sich Allah, gibt es für ihn im Jenseits nur Schande und die Strafe des Feuers.
Dies ist die größte Tatsache der Welt und für einen Menschen kann es nichts wichtigeres als das geben...
Aber wie wir auch zu Beginn dieses Textes erwähnt haben, sind einige Menschen geneigt, diese Tatsache absichtlich zu übersehen, die Existenz Allahs nicht anzuerkennen oder nur anzugeben, sie anzuerkennen, dabei aber das Jenseits zu vergessen. Dieser Fall wird im Quran aus dem Mund des Propheten Yusuf so erklärt: "... Die Entscheidung liegt allein bei Allah. Befohlen hat Er, dass ihr Ihn alleine anbetet. Das ist der wahrhafte Glauben, jedoch wissen es die meisten Menschen nicht." (Sure Yusuf: 40). In einem anderen Vers wird es so mitgeteilt: "... jedoch die meisten Menschen wissen nicht Bescheid. Sie kennen nur die Äußerlichkeiten des irdischen Lebens, aber des Jenseits sind sie achtlos." (Sure ar-Rum: 6-7) Diese Menschen kennen nur die "Äußerlichkeiten" des Lebens, wie es im Vers mitgeteilt wird. Zum Beispiel wissen Sie möglicherweise über Mode oder Ökonomie sehr gut Bescheid. Aber sie können Allahs Wunder, die es überall gibt, nicht sehen oder die Allmacht Allahs nicht bemerken. Möglicherweise geben sie vor, die Existenz Allahs anzuerkennen, aber das ist ein entarteter Glaube: Mit den Worten eines Verses haben sie "Allah geringschätzig den Rücken gezeigt". (Sure Hud: 92)
Wie in den Versen betont wird, bildet diese Gruppe die breite Mehrheit der Menschen. Die Mehrheit der Gesellschaft in der wir leben, bemerkt dementsprechend Allah und das Jenseits gar nicht. Aus diesem Grund ist die gesellschaftliche Ordnung, die sie annehmen, ein System, das sich darauf stützt, Allah nicht anzuerkennen und Seine Existenz absichtlich zu übersehen. Obwohl diese achtlosen Menschen als "gebildet" erscheinen, sind sie ganz heidnisch und darum wird eine Gesellschaft, die solche Menschen bilden, als "die Dschahiliya-Gesellschaft" bezeichnet, was soviel wie Gesellschaft des Törichtseins bedeutet.
Die Menschen dieser Gesellschaft bemerken Allah nicht. Aus diesem Grund hat Allah den Quran den Menschen als eine "Rechtleitung" (Sure al-Baqara: 2) herabgesandt. Der Quran teilt den Menschen die Tatsachen mit, die sie nicht wissen und lädt sie ein, Allah zu kennen und Ihm zu dienen. Dass der Quran sich unter den Menschen verbreitet, wird sich mit Hilfe der Menschen, die an den Quran glauben, den Gläubigen also, verwirklichen. Die Gläubigen sind entsprechend den zahlreichen Befehlen Allahs dafür verantwortlich, den Quran den anderen Menschen zu erklären und sie zum richtigen Weg einzuladen.
So haben wir auch versucht, in diesem Buch manche Themen, auf die Allah im Quran aufmerksam macht, zu behandeln. Wir bemühten uns darum, die Menschen auf einen kleinen Teil der zahllosen Wunder Allahs auf der Erde aufmerksam zu machen. Wir haben versucht, die großen Tatsachen ein wenig klarzumachen, die die Dschahiliya-Gesellschaft, die Allah vergaß, nicht sehen kann. Jetzt hat ein Mensch, der dieses Buch oder irgendein anderes Buch liest, das geschrieben wurde, um zum Weg des Quran einzuladen, zwei Möglichkeiten:
Die erste ist, sich dem Weg Allahs zuzuwenden. Wenn der, der uns erschaffen hat, Er ist, dann sind wir verantwortlich dafür, Ihm zu dienen. Ein Mensch kann in einer Periode seines Lebens an irgendeinem Tag über diese Tatsache nachdenken und von seinem früheren Leben Abschied nehmen, in dem er Allah nicht kannte. Er bittet Allah um Nachsicht und für ihn beginnt ein neues Leben.
Die zweite Möglichkeit jedoch ist, dass er den Deckel des Buches schließt, und fortfährt, als ob nichts passiert sei. In einem solchen Fall wird der betreffende Mensch fortfahren, wie die meisten Menschen zu leben, die Allah nicht bemerken und sich dem System der Dschahiliya-Gesellschaft unterwerfen.
Die erste Möglichkeit ist der Weg, der den Menschen zur endlosen Glückseligkeit führt. Am Ende der zweiten gibt es nur Pein, Verlust, Hoffnungslosigkeit und Bestrafung.